Königin mit Rädern unten dran - TANZ THERAPIE HUMOR SCHAUSPIEL Andrea Beringer Salzburg

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Königin mit Rädern unten dran

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„BewohnerInnen von Altenpflegeheimen haben ein starkes Bedürfnis nach kultureller Abwechslung, in ihren ästhetischen Ansprüchen bleiben sie im Heimalltag häufig unterfordert.“
(Artemis Generationentheater 2003)

Ausgangssituation- Vorüberlegungen:

Im Land Salzburg leben 5200 hochbetagte Menschen in 766 öffentlichen und 9 privaten  Seniorenpflegeheimen.
Die Übersiedlung in ein Seniorenpflegeheim und daraus resultierend das Leben im Heim geschieht selten freiwillig. Begründet ist das Leben im Heim immer mit einer vorhergegangenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes und einem daraus resultierenden Hilfebedarf.
HeimbewohnerInnen verabschieden sich beim Einzug ins Seniorenpflegeheim von einem Teil Ihres Lebens, von Gegenständen, von Möbeln, von Wohnungen, von Umgebungen und auch von gewohnten kulturellen Aktivitäten. Diese Verluste werden als belastend erlebt und führt häufig zu Krisen, die sich in depressiven Symptomen zeigen können.

In den letzten Jahren wurde zunehmend erkannt, dass neben einer hochwertigen Pflege der BewohnerInnen, ein Heim auch Leben und Normalität bieten muss. Kulturelle Angebote und Aktivitäten, die Abwechslung und Unterhaltung in den Heimalltag bringen, werden immer wichtiger und gelten zunehmend als Qualitätsmerkmal.

„Wenn unser Publikum seine vier Wände nicht mehr verlassen kann oder will, dann kommen wir eben zu unserem Publikum!“

Unter diesem Motto wurde im Jahr 2002 von Artemis Generationtheater Klagenfurt das Stück „Königin mit Räder untendran“ extra für HeimbewohnerInnen entwickelt. Der Entwicklung des Stücks ging eine Analyse der kulturellen Bedürfnisse der BewohnerInnen von Seniorenpflegeheimen voraus (Ergebnis siehe Zitat ganz oben).

Begleitend zum Stück wurde eine Studie erstellt, die parallel zu den Aufführungen, mittels Interviews mit alten Menschen, Angehörigen und mit dem Personal, sowie durch Beobachtung des Publikums während der Aufführungen die Tauglichkeit des Stücks für SeniorInnen überprüfte. Die Studie erscheint im Herbst 2004.

Die Produktion ist absolut mobil, kann in jedem Alterheim- oder jeder Alteninstitution ohne besondere Anforderungen an Raum und Technik aufgeführt werden.  

Die Aufführungen des Stücks in Kärnten zeigten, dass die „Königin mit Rädern unten dran“ die hochbetagten Menschen herausforderte. Das Publikum reagierte stark auf die Interaktionsangebote im Stück, beantworteten Fragen und sangen Lieder mit. Auch  demente BewohnerInnen folgten dem Stück gespannt.

Der Verein KULTUReif hat sich die Rechte des Stücks für Salzburg gesichert. Premiere im April 2005, Aufführungszeitraum war ein Jahr.

Es ist ein ungewöhnlicher Tag an dem wir Frau Inge kennen lernen, denn er ist vollgepflastert mit Pannen: dort, wo sie sonst alleine und ungestört putzt, sitzen heute Menschen, das Publikum. Trotz anfänglicher Verunsicherung beginnt sie scheinbar souverän ihre tägliche Putzroutine.  Menschen sind Frau Inge nicht besonders wichtig: Sie werden von ihr höflich wahrgenommen, aber sie will nicht näher mit ihnen in Kontakt treten. Doch heute ist es anders. Im Laufe des Putzens steigt ihre Freude an deren Anwesenheit, endlich kann sie einmal ihr komplettes Putzsystem erklären und vorführen.
Nach dem Putzen geht es in die wohlverdiente Pause.
Doch plötzlich geschieht das Unerwartete und Unmögliche: In die Putzutensilien und in den Müll kommt Leben. Wie von Zauberhand verändern sich die Dinge, gestalten sich um, ordnen sich neu, bis eine lebensgroße Puppe einer alten Dame entsteht.
Frau Inge fühlt sich durch die Anwesenheit der alten Dame gestört, sie ist in Eile, die Pause ist zu Ende, der Chef wartet -Die alte Dame hat alle Zeit der Welt. Sie will rasten, ein wenig plaudern, ihr Kleid soll glattgestrichen werden, die Haare entwirrt... Frau Inge, teils gutmütig, teils entnervt, vergisst ihre Pflichten, als sie Einzelheiten aus dem Leben der alten Dame erfährt und gemeinsame Vorlieben entdeckt. Sie richtet sogar eine Geburtstagsparty mit Torte und Gesang aus, der gemeinsame Geburtstagstanz wird aber jäh durch das Klingeln ihres Handys unterbrochen. Der Chef fragt, wo sie bleibt. Als sie sich wieder zu der alten Dame umdrehen will, ist diese wieder verschwunden.
Beglückt und verwirrt läuft Frau Inge ab.

Dauer: ca. 45 min.
Personen: 1 Schauspielerin

Das Stück arbeitet mit Musik, szenischer Bildersprache, clownesken Elementen und ermöglicht Interaktion mit dem Publikum. Inhaltlich werden Erinnerungen hochbetager Menschen ebenso aufgegriffen wie erlebte Abschiede.  Der Inhalt ist intellektuell erfassbar, bietet aber auch emotionale Berührung.

Die Aufführung des Theaterstücks unterbricht die Routine des Heimalltages, versetzt HeimbewohnerInnen in eine andere Welt und lenkt die Aufmerksamkeit von Schmerzen und körperlichen Beschwerden ab.

Projektteam:
Mag. Andrea Beringer: Schauspiel
Klinische- u. Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin, Tanzpädagogin und Tanztherapeutin, Tänzerin und Performerin. Damals als Psychologin im Haus für Senioren im Diakonie Zentrum Salzburg und in freier Praxis tätig.

Christel Fasching: Regie
Regisseurin und Theaterpädagogin, seit 5 Jahren Leiterin der ersten Salzburger Seniorentheatergruppe „Salzburger Spätlese“

Sonja Schiff: Organisation, Öffentlichkeitsarbeit

Akademische Gerontologin, dipl. Gesundheits- und Krankenschwester mit langjähriger Erfahrung im Altenpflege-Management, Geschäftsführerin des 50plus- Kompetenzzentrums Care.Consulting, Initiatorin und Projektleiterin des SeniorInnenradios „RadioAktiv“ beim Freien Rundfunk Salzburg.

 
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